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Leitbild

Die Weiterbildung vermittelt den Teilnehmer*innen ein relevantes, praxisbezogenes Fachwissen und Können in der Psychotherapie. Die Inhalte der Weiterbildung basieren auf empirisch überprüften und somit evidenzbasierten psychotherapeutischen Methoden. Integriert wird aber auch das von den Dozent*innen in ihrer langjährigen psychotherapeutischen Arbeit erworbene Erfahrungswissen. Schwerpunktmässig bezieht sich das Curriculum auf die Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen auf systemisch-familientherapeutischer und kognitiv-verhaltenstherapeutischer Grundlage. Da die Kursteilnehmer*innen im Rahmen ihrer familientherapeutischen Tätigkeit auch immer wieder mit psychisch auffälligen Erwachsenen konfrontiert werden, wird im Kurs ebenfalls auf die psychotherapeutische Arbeit mit Erwachsenen, wenn auch in zweiter Priorität, eingegangen.

Die Weiterbildung richtet sich an Psycholog*innen und Ärzt*innen, die vornehmlich in Kinder- und Jugendpsychiatrischen Kliniken und -polikliniken, in Erziehungsberatungsstellen und Schulpsychologischen Diensten arbeiten. Durch die Zusammensetzung der Weiterbildungsgruppen, die jeweils für 4,5 Jahre gemeinsam das Curriculum durchlaufen, soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit resp. das Verständnis für die je kontextabhängige Arbeitsform gefördert werden.

In der fachlichen Ausrichtung steht zwar die Vermittlung von systemtherapeutischen und kognitiv-verhaltenstherapeutischen Inhalten im Vordergrund, es ist den Ausbildner*innen jedoch ein Anliegen, den Teilnehmer*innen einerseits die Möglichkeiten und die Grenzen jedes Ansatzes zu vermitteln und andererseits auch die Fähigkeit, methodenintegrativ zu arbeiten.

Das Kurscurriculum hat im Aufbau die langjährige Erfahrung resp. die Rückmeldungen früherer Kursteilnehmer*innen berücksichtigt und ist bestrebt, weiterhin von den Kursteilnehmer*innen zu lernen.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen beginnt der Kurs mit Aspekten der allgemeinen Psychotherapie, fährt mit der kognitiven Verhaltenstherapie weiter, dann folgt der Block Systemtherapie und schliesst mit methodenintegrativen Modulen ab. Zwischen diesen Blöcken, die ungefähr ein Jahr dauern, werden allgemeine Themen wie «Recht», «Ethik», «Strukturen des Gesundheitswesens» unterrichtet.

Ab WB22 gilt das neue Curriculum:
Aufgrund der bisherigen Erfahrungen beginnt der Kurs mit Aspekten der allgemeinen Psychotherapie, wie die Auftragsklärung, das psychotherapeutische Fallverständnis, die allgemeinen Wirkfaktoren, die Therapieplanung und die Beziehungsgestaltung. Auf das Üben der Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen und Familien wird viel Wert gelegt.

Im zweiten Kursjahr werden Interventionen zu Emotionsregulation und Verhaltensmodifikation, zur Förderung eines positiven Selbstbildes und der Identitätsentwicklung sowie zum Umgang mit irrationalen Kognitionen und zur Verbesserung sozialer Interaktionen vorgestellt und in störungsspezifischen Einheiten (z.B. ADHS, Angsterkrankungen, Zwangserkrankungen) vertieft.

Im dritten und vierten Kursjahr werden in weiteren störungs-spezifischen Modulen (z.B. Depression, PTSD, Ess- und Persönlichkeitsstörungen) schwerpunktmässig Interventionen zu Selbstwert- und Interaktionsproblemen sowie irrationalen Kognitionen vermittelt. Zusätzlich werden in der Therapie von Kindern und Jugendlichen herausfordernde Themen bearbeitet (z.B. Umgang mit Krisen, Migration, komplexe Helfersysteme, psychisch kranke Eltern, ethische und rechtliche Aspekte von Psychotherapie).

 

Supervisionsgruppen

Parallel zu den Modulen «Wissen und Können» verläuft die Arbeit in den Supervisionsgruppen. Da vorausgesetzt wird, dass jede Kursteilnehmer*in an ihrem jeweiligen Arbeitsort eine interne Praxisanleitung zur korrekten Handhabung der lokalen Berufstätigkeit erhält, soll in den Supervisionsgruppen der Weiterbildung die je individuelle Reflexion über die psychotherapeutische Beziehung und Tätigkeit im Vordergrund stehen. Die Gruppensupervision fördert ebenfalls die Integration von vermitteltem Fachwissen und klinischer Tätigkeit der Kursteilnehmer*in.

Auch wenn die Kursteilnehmer*innen mit akademischem Studium im Bereich der Psychotherapie Berufsanfänger sind, werden sie von der Kursleitung, den Dozent*innen und Supervisor*innen als autonome und kompetente Personen mit abgeschlossenem akademischem Studium gesehen und behandelt. Das heisst, dass wir nur so viel an Vorschriften und Kontrollen einsetzen, wie von den übergeordneten Stellen (Bundesamt für Gesundheitswesen resp. FMH) zur Erlangung der jeweiligen Weiterbildungstitel gefordert ist und dass wir auf die Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmer*innen setzen.

Die Leitung der Weiterbildung, die Dozent*innen und die Supervisor*innen sind sich bewusst, dass vielfältige und nicht leicht zu vereinbarenden Ansprüche an die Kursteilnehmer*innen in ihrem Berufsalltag gestellt werden und sie diese Ansprüche an die Weiterbildung stellen: sorgfältiger Aufbau des psychotherapeutischen Wissens und rasche Vermittlung von Techniken in der Bewältigung des klinischen Alltages.